Pressemitteilung vom 1.12.2025

Deutsch-Polnische Gesellschaft – Bundesverband

Anlässlich der jüngsten deutsch-polnischen Regierungskonsultationen begrüßt die Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaften, Simona Koß, die erneute Dialogbereitschaft beider Regierungen und die Absicht, die bilaterale Zusammenarbeit zu vertiefen. Das Treffen unterstreicht die Bedeutung eines engen deutsch-polnischen Austauschs für Frieden, Stabilität und den Zusammenhalt Europas.

Simona Koß betont, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen historisch gewachsen und zugleich von einer besonderen Verantwortung geprägt sind. Die Vergangenheit bleibe ein wichtiger Bezugspunkt, dürfe jedoch nicht zur Belastung für die dringend notwendige gemeinsame Arbeit an Gegenwart und Zukunft werden. Sie weist darauf hin, dass die im Raum stehenden Reparationsforderungen einzelner politischer Akteure zeigen, wie sensibel der Umgang mit historischer Erinnerung bleibt. Gleichzeitig mache der aktuelle Austausch deutlich, dass Versöhnung und gemeinsame Verantwortung vor allem durch konkrete humanitäre und gesellschaftliche Unterstützung Ausdruck finden.

In diesem Zusammenhang äußert die Vorsitzende des Bundesverbandes die Erwartung, dass beide Regierungen sich nicht an Reparationsforderungen orientieren, die politische Gräben vertiefen könnten. Stattdessen solle der Fokus auf gemeinsamen humanitären Aufgaben, gesellschaftlichen Projekten aber auch auf Unterstützungsprogrammen liegen, die das Leid der Vergangenheit würdigen und zugleich konkrete Hilfe für Menschen heute und in Zukunft ermöglichen. Dazu zählen Initiativen zur Unterstützung von Opfergruppen in Polen, Förderung der Bildungs- und Erinnerungsarbeit in beiden Ländern, der Ausbau sozialer und kultureller Begegnungsformen sowie humanitäre Hilfe in aktuellen Krisen – etwa in der Ukraine.

Der Bundesverband der Deutsch-Polnischen Gesellschaften fordert in diesem Zusammenhang auch die neue Bundesregierung auf, im Einvernehmen mit der polnischen Regierung das Thema der Entschädigungszahlungen an noch lebende polnische Kriegsopfer prioritär zu einem allseits befriedigenden Abschluss zu bringen.

„Ich halte es für dringend geboten, dieses Thema einer Zahlung an die noch lebenden Überlebenden mit einem für Polen akzeptablen Angebot abzuschließen. Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass die Entschädigungszahlungen als Zeichen der moralischen Wiedergutmachung, als Anerkennung des Leids und als Geste der Entschuldigung an die Betroffenen endlich zu realisieren ist. Es ist sicherzustellen, dass die Abwicklung der Zahlungen schnell und unbürokratisch erfolgt, um den Betroffenen, denen über viele Jahrzehnte diese Anerkennung verwehrt blieb, endlich die verdiente Genugtuung zu verschaffen. Diese Maßnahmen sind nicht nur ein politischer, sondern vor allem ein moralischer Akt der Wiedergutmachung“, so die DPG Bundesvorsitzende Simona Koß weiter.

Simona Koß unterstreicht, dass die Bewältigung historischer Lasten darüber hinaus über gegenseitiges Vertrauen, partnerschaftliches Handeln und sichtbar gelebte Verantwortung gelingen solle. Die deutsch-polnische Partnerschaft brauche Stabilität, Weitsicht und die Bereitschaft, den Weg der Verständigung entschlossen fortzusetzen. Sie versichert, dass der Bundesverband der Deutsch-Polnischen Gesellschaften diesen Prozess weiterhin durch Dialog-, Begegnungs- und Austauschformate begleiten wird.

Simona Koß

Vorsitzende des Bundesverbandes

Berlin, den 1.12.2025

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