Bericht von der Jahrestagung der DPGBV e. V. in Bremen (21.-23.11.2025)

Die Vorsitzende der DPG Bremen Katarzyna Weichert und der diesjährige DIALOG-Preisträger Dr. Matthias Kneip
Eine Podiumsdiskussion mit dem Botschafter Jan Tombinski, dem Koordinator Knut Abraham, Prof. Dr. Stefan Garsztecki und Roland Freudenstein; Moderation: Joanna Maria Stolarek
v. links: Peter Kokocinski, Simona Koß und Dietmar Nietan

Der Bundeskongress der Deutsch-Polnischen Gesellschaften in Bremen war in diesem Jahr ein ganz besonderes Ereignis. Schon bei der Ankunft in der Hansestadt war spürbar, dass uns ein Wochenende erwartet, das weit über eine klassische Tagung hinausreicht. Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen feierte ihr 50-jähriges Bestehen – ein halbes Jahrhundert engagierter Arbeit für Verständigung, Partnerschaft und Austausch zwischen Deutschland und Polen. Diese doppelte Bedeutung – Kongress und Jubiläum – verlieh dem Treffen eine außergewöhnliche Atmosphäre. Man spürte, wie viel Herzblut, Geschichte und Zukunftsorientierung in dieser lebendigen Partnerschaft stecken. Die DPG Bremen hat in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich dazu beigetragen, die Freundschaft zwischen Bremen und Danzig sowie zwischen Deutschland und Polen mit Leben zu füllen. Ihr Engagement wurde nicht nur gefeiert, sondern auch sichtbar gewürdigt. Noch einmal herzlichen Glückwunsch an die Bremer Gesellschaft!

Ein Höhepunkt des Kongresses war die Verleihung des diesjährigen DIALOG-Preises im Bremer Rathaus. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Bundesverband Persönlichkeiten, deren engagierte Arbeit den deutsch-polnischen Austausch nachhaltig prägt. In diesem Jahr ging der Preis an Dr. Matthias Kneip, dessen literarisches und publizistisches Wirken seit Jahren Menschen in beiden Ländern miteinander verbindet. Die Verleihung im feierlichen Rahmen hat noch einmal verdeutlicht, welche zentrale Rolle der DIALOG-Preis für unsere gemeinsame Arbeit spielt: Er macht diejenigen sichtbar, die oft im Hintergrund, dafür aber umso nachhaltiger Brücken bauen – zwischen Menschen, Sprachen, Kulturen und politischen Realitäten.

Ein besonderer Dank gilt Basil Kerski, der die Idee zur Verleihung des DIALOG-Preises – des sogenannten „DIALOG-Kreises“ – entscheidend angeregt und in den Bundesverband eingebracht hat. Mit großer Klarheit und Beharrlichkeit hat er dafür geworben, herausragendes Engagement im deutsch-polnischen Austausch sichtbar zu machen und eine regelmäßige Würdigung hierfür zu etablieren. Für diesen Impuls und sein langjähriges Wirken im Geist des Dialogs sprechen ihm der Bundesvorstand und ich als Bundesvorsitzende unsere ausdrückliche Anerkennung und Wertschätzung aus.

Der Bundeskongress war geprägt von intensiven Gesprächen, wertvollen Begegnungen und dem aufrichtigen Willen, auch in schwierigen Zeiten miteinander im Gespräch zu bleiben. Gerade angesichts der Herausforderungen, denen Europa derzeit begegnet – polarisierte Debatten, gesellschaftliche Spannungen, geopolitische Unsicherheiten – wird immer deutlicher, wie wichtig Organisationen wie die Deutsch-Polnischen Gesellschaften sind. Sie schaffen Räume, in denen Vertrauen wächst, in denen zugehört und nachgedacht wird, in denen Menschen jenseits politischer Schlagzeilen miteinander ins Gespräch kommen.

Bremen hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie viel Kraft und Zukunft in diesem deutsch-polnischen Miteinander steckt. Die Mischung aus Jubiläum, Preisverleihung und inhaltlicher Debatte hat nicht nur die Vielfalt unserer Arbeit sichtbar gemacht, sondern auch Zuversicht vermittelt. Wir nehmen aus diesem Kongress Dankbarkeit mit – für die vielen Engagierten vor Ort und in ganz Deutschland – und die Gewissheit, dass unsere Arbeit wichtig bleibt: für Verständigung, für Demokratie, für Frieden in Europa. Der Bundeskongress war damit nicht nur ein Rückblick auf das, was erreicht wurde, sondern ein ermutigender Blick nach vorn.

Simona Koß, Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband e. V.

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