Pressemitteilung vom 6. Dezember 2025

Bundestag bringt Gedenkort und Deutsch-Polnisches Haus auf den Weg – Bundesverband begrüßt neuen Schwung, bedauert jedoch fehlende gemeinsame Lösung

Fot. Wikipedia (Leonhard Lenz)

Der Deutsche Bundestag hat am Mittwoch, den 3. Dezember 2025, mit großer Mehrheit beschlossen, die Errichtung eines würdigen Gedenkortes für die polnischen Opfer der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs voranzutreiben und parallel die Suche nach einem geeigneten Grundstück für ein Deutsch-Polnisches Haus in Berlin erneut aufzunehmen.

Der Bundesverband der Deutsch-Polnischen Gesellschaften (BDPG) begrüßt diesen Beschluss ausdrücklich und dankt allen Abgeordneten, die sich dafür eingesetzt haben, diese wichtige Initiative wieder in Bewegung zu bringen. Nach Jahren des Stillstands ist dieser Schritt ein starkes Zeichen dafür, dass die deutsch-polnische Erinnerungskultur und die Zukunft unserer Beziehungen politisch wieder sichtbar unterstützt werden.

„Wir freuen uns sehr, dass nach so langer Zeit wieder Bewegung in dieses wichtige Vorhaben gekommen ist“, erklärt die Bundesvorsitzende **Simona Koß**. „Zugleich erfüllt es uns mit Bedauern, dass Gedenkort und Deutsch-Polnisches Haus nicht an einem gemeinsamen Ort entstehen werden. Erinnerung und Begegnung gehören zusammen. Sie wären als ein gemeinsamer Ort ein starkes Symbol gewesen – für Versöhnung, für Verantwortung und für die Zukunft unserer beiden Länder.“

Gleichzeitig betont sie: „Trotz dieser Entscheidung überwiegt bei uns die Hoffnung. Nun gilt es, die Chancen zu nutzen, die dieser Beschluss eröffnet, und gemeinsam – Politik, Zivilgesellschaft und unsere Partner in Polen – den Weg konstruktiv weiterzugehen.“

Wir freuen uns, dass beide Projekte wieder Dynamik gewinnen und nun die Chance besteht, verlorene Zeit aufzuholen. Das neue Engagement des Parlaments eröffnet Möglichkeiten, an die wir als Zivilgesellschaft gern anknüpfen. Der BDPG steht bereit, seine Erfahrung und sein Netzwerk einzubringen, damit sowohl der Gedenkort als auch das Deutsch-Polnische Haus Orte werden, die von Austausch, Respekt und gemeinsamer Verantwortung geprägt sind.

Wir hoffen, dass in den kommenden Monaten die Stimmen der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft, der Kultur und besonders auch aus Polen gehört werden — und dass die neuen Schritte des Bundestages der Beginn eines transparenten, offenen und partnerschaftlichen Prozesses sind.

Simona Koß

Bundesvorsitzende

Deutsch-Polnische Gesellschaft Bundesverband e. V.

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